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Pfarrbüros vor Ort

Attendorn. Das war schon eine Überraschung, als Pfarrer Andreas Neuser im Beisein des geschäftsführenden Kirchenvorstandsvorsitzenden Winfried Kurzer und der Pfarrgemeinderatsvorsitzenden Marion Selter bekannt gab, dass die Pfarrei Seliger Adolph Kolping den Paderborner Erzbischof Hans-Josef Becker gebeten hat, eine Rückpfarrung vorzunehmen. Die Gläubigen werden nach der Gemeindefusion wieder zur Pfarrei St. Johannes Baptist gehören. Derzeit läuft der Antrag aus Attendorn durch die verschiedenen Gremien des Erzbistums. Man rechnet mit einer Befürwortung. Danach wird eine Urkunde erstellt und mit ihr die Pfarrei offiziell aufgelöst. Dieser Prozess ist nun auf den Weg gebracht worden. Als möglicher Termin der Rückpfarrung wurde der 1. Januar 2022 genannt. Bis dahin wird die Pfarrei Seliger Adolph Kolping eigenständig bleiben.

Danach soll sich im Pfarrzentrum, Seliger-Adolph-Kolping-Straße 1, weiterhin kirchliches Leben entfalten. Neben den üblichen gottesdienstlichen Angeboten und den Aktivitäten der bestehenden Gruppen ist in dem modern gebauten und ausgestatteten Gemeindezentrum das Projekt „Familienkirche“ geplant. Damit verbindet Pfarrer Neuser ein wöchentliches gottesdienstliches Angebot für Familien, das für den gesamten Pastoralverbund Attendorn gilt. Darüber hinaus sollen weitere Angebote für Familien an diesem Ort gebündelt werden. Das Projekt wird weiter entwickelt, allerdings ist ein Startpunkt zum jetzigen Zeitpunkt pandemiebedingt noch nicht abzusehen.

(v.l.) Pfarrer Andreas Neuser, geschäftsführender Kirchenvorstandsvorsitzender Winfried Kurzer und Pfarrgemeinderatsvorsitzende Marion Selter.

Winfried Kurzer, der seit der Entstehung der Gemeinde ununterbrochen geschäftsführender Kirchenvorstandsvorsitzender ist, stimmt die Situation traurig. „Wir haben jahrelang investiert. In den letzten drei bis vier Jahren ist der jetzige Entschluss gereift und jetzt ist die Realität da“, resümiert Winfried Kurzer. Seit 16 Jahren ist Marion Selter Pfarrgemeinderatsvorsitzende. Sie findet die Auflösung der Gemeinde sehr bedauerlich, denn „es gab einen schönen Zusammenhalt unter den Menschen, die sich nicht nur beim Gottesdienst getroffen haben. Das Gemeindeleben bestand auch aus diversen Festivitäten und bei den Gottesdiensten wurde in einem festen Rhythmus neues geistliches Liedgut durch die Gruppe „Maranatha“ vorgetragen“. Dem neuen Projekt verschließt sich Marion Selter aber keinesfalls: „Wir sollten jetzt die neuen Möglichkeiten sehen. Es geht ja weiter.“

Dass im Jahre 2004 kein Kirchenneubau zustande kam (Die Kirche war bis zum Bauantrag, unter Mitwirkung des Stararchitekt Mario Botta aus Lugano/ Schweiz, fertig geplant), war für Pastor Neuser ein Knackpunkt im Gemeindeleben: „Dadurch konnte sich an vielen Stellen kein gefestigtes Gemeindeleben entwickeln.“

So fanden in Seliger Adolph Kolping keine Taufen und Hochzeiten statt und Beerdigungsmessen gab es nur ganz selten. Im Juni 2010 zog Pastor Christian Ritterbach aus der Priesterwohnung des Pfarrzentrums aus. Die Stelle des eigens für Seliger Adolph Kolping und St. Margaretha Ennest vorgesehenen Geistlichen wurde nicht mehr besetzt. Die im Kolping-Pfarrzentrum integrierte Priesterwohnung wurde daraufhin in einen Gottesdienstraum umgewandelt. Gottesdienstliche Angebote in der Corona-Zeit sind zudem schwierig. Aufgrund der Hygieneauflagen finden momentan etwa 20 Personen Platz im Kirchraum. Daher werden seit Pandemiebeginn keine Sonntagsgottesdienste angeboten. Werktagsgottesdienste und liturgische Angebote finden aber wieder statt.
Schon seit längerem gibt es Kooperationen mit der Pfarrei St. Johannes Baptist. Hier seien die Sternsingeraktion, sowie die Erstkommunion- und die Firmungvorbereitung genannt. Da auch die engagierten Messdiener immer älter und weniger geworden sind, halfen zuletzt die Messdiener von St. Johannes Baptist aus.

Für die nächsten Kirchenvorstands- und Pfarrgemeinderatswahlen, die im November im gesamten Erzbistum Paderborn stattfinden, konnten in der Gemeinde Sel. Adolph Kolping nicht ausreichend Kandidaten gefunden werden. Aufgrund der Rückpfarrung werden daher die Kirchenvorstands- und Pfarrgemeinderatswahlen in der Pfarrei St. Johannes Baptist Attendorn verschoben und erst im Frühjahr 2022 stattfinden. Pfarrer Andreas Neuser abschließend: „Auch ich bedaure auf der einen Seite die Entwicklung, weil sich in den letzten 20 Jahren doch einiges an kirchlichem Leben entwickelt hatte - aber auf der anderen Seite ist jetzt eine Anpassung an die Realitäten notwendig.“

Text und Bild: Meinolf Lüttecke