Als Mütterverein im Jahre 1910 gegründet, war die kfd St. Johannes Baptist insgesamt 111 Jahre in Attendorn segensreich für die Belange der Frauen vor Ort tätig. Doch zuletzt war „Sand im Getriebe“, denn es fanden sich keine jüngeren Mitglieder, die die Vorstandsarbeit übernahmen. So beantragte schweren Herzens die Vorsitzende Annette Heuel , nachdem die Mitglieder mit großer Mehrheit für die Auflösung gestimmt haben, beim Diözesanverband in Paderborn die Auflösung der kfd-Ortsgruppe zum 31. März diesen Jahres.

Banner der KFD: Hl. Maria und Mutter Anna bittet für uns.

Da auf der Mitgliederversammlung, die vor dem Corona-Ausbruch stattfand, kein neuer Vorstand gefunden wurde, ging man zunächst in ein Jahr der „kreativen Vakanz“. Doch auch das brachte nicht die Wende. Die bisherige Vorsitzende Annette Heuel erklärte, dass sich die Gesellschaft geändert hat und die Frauen nach erfülltem Kinderwunsch wieder in den Beruf gehen und dann das Ehrenamt im Terminplaner keinen Platz mehr findet. „Sich für Verbandsarbeit über Jahre zu binden, ist eine starke Verantwortung und da windet man sich“, so Annette Heuel. Gleichzeitig betont sie, dass punktuell die Mitarbeit zahlreicher Frauen kein Problem sei.

Pfarrer Andreas Neuser und Annette Heuel

„Die Frauen gestalten weiterhin Kirche in Attendorn“, drückt Pfarrer Andreas Neuser seine Zuversicht aus, dass auch für die Zukunft eine Lösung da ist. Gleichzeitig bedankt er sich für die engagierte Arbeit beim bisherigen kfd-Vorstand und den 25 Helferinnen, die den Kontakt zu den knapp 300 Mitgliedern gehalten haben. Für die Frauen der Kirchengemeinde St. Johannes Baptist soll es in Absprache mit Frau Heuel und Gemeindereferentin Petra Trudewind auch weiterhin Angebote wie Besinnungsnachmittage, Kreuzwege, Einstimmung in den Advent, Lieder- und Gedichtnachmittage, Teilnahme am Weltgebetstag der Frauen und die Gebetsstunde zur Ewigen Anbetung geben. Natürlich ist hier die Mitarbeit von interessierten Frauen gefragt. In Klärung ist noch, ob die große Veranstaltung „Frauenkarneval“ in der Stadthalle weiterhin stattfindet. Mit der Auflösung der Ortsgruppe erlischt die persönliche Mitgliedschaft im kfd-Diözesanverband Paderborn nicht automatisch.

Frauen, die ihre persönliche Mitgliedschaft nicht kündigen, können sich bei Gemeindereferentin Petra Trudewind (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!; 02722-979120) melden und so je nach Interessenlage auch in die Gemeinschaft der Frauengemeinschaften im Pastoralverbund eingebunden werden.

Die Frauen, die nicht gekündigt haben, erhalten auch weiterhin ihre Mitgliederzeitschrift, dann aber auf dem Postwege. Die bisher dafür zuständigen 25 Helferinnen, die die Verteilung durchführten, gehen in den Ruhestand. Über die Hälfte von ihnen ist bereits zwischen 75 und 85 Jahre.
Annette Heuel ließ sich 2016 als Vorsitzende noch einmal in die Pflicht nehmen und war zuvor von 1984 bis 2003 bereits im Vorstand, unter anderem auch als Vorsitzende. Zuletzt standen ihr zur Seite: Doris Sauer (stellvertretende Vorsitzende), Marie-Luise Lütteke (Schriftführerin), Rita Grunbach (Kassiererin) und die Beisitzerinnen Elisabeth Plum und Marita Schmidt.

Banner der KFD: Kathol. Mütter-Verein 1910 bis 1927

Das 100-Jährige wurde damals groß gefeiert. Nach einem Festgottesdienst im Sauerländer Dom konnte die damalige Vorsitzende Emmi Schmidt 350 Frauen und einige auserwählte Männer nach der musikalischen Eröffnung durch den Josefschor begrüßen. Zu den ersten Gratulanten gehörte der damalige Bürgermeister Alfons Stumpf, der ein abgewandeltes Zitat von Erich Kästner zum Besten gab: „Es gibt nichts Gutes, außer Frau tut es“. Viele Jahre gab es auch eine eigene Theatergruppe, wobei Stimmungskanone Maria Schmidt – die heute mit 102 Jahren im Seniorenzentrum St. Liborius lebt - die Hauptrolle spielte. In den letzten Jahrzehnten haben mit Anna Köhler, Marianne Keimer, Annette Heuel, Emmi Schmidt und Christiane Lingemann bekannte Attendorner Frauen den Vorsitz inne.

wissenswert

Die Mitglieder, die im kfd-Diözesanverband Paderborn bleiben, tragen weiterhin dazu bei, dass Frauen eine starke Stimme haben und eine spirituelle Heimat finden.
Sie unterstützen den Einsatz der kfd für die gerechte Teilhabe von Frauen in Kirche und Gesellschaft. Auf allen Ebenen setzt sich der Verband engagiert für Fraueninteressen in Kirche und Gesellschaft ein.
Über Themen des kfd-Bundesverbandes kann man sich über folgenden Link informieren: https://www.kfd-bundesverband.de/themen/

von Meinolf Lüttecke