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Dünschede. Insgesamt 28 Jahre war Martin Saure Pfarrgemeinderats-Vorsitzender von St. Martinus. Bei den letzten Pfarrgemeinderatswahlen im November stellte er sich nicht mehr zur Wahl. „Ich wollte mich ein bisschen zurücknehmen“, sagte Martin Saure bei seiner Verabschiedung am 4. Januar im Schultenhaus in Attendorn.

Unser Bild entstand bei der Übereichung des Gutscheins für das „Festwochenende“ im Maritim von Königswinter und zeigt von links: Dechant Andreas Neuser,  die neue PGR-Vorsitzende Kirsten Böhmer, Claudia Saure, Martin Saure und Rüdiger Struck.Martin Saure ist ein gläubiger Mensch. Bereits in seiner Kindheit und Jugend engagierte er sich als Messdiener und Lektor sowie in der katholischen Landjugend. Im Alter von erst 23 Jahren wurde Saure Pfarrgemeinderats-Vorsitzender. Zu der Zeit hatte St. Martinus mit Bernhard Krause noch einen eigenen Pfarrer.
Im Gespräch berichtete Martin Saure, dass das Repetal sehr gläubig sei. Hier suche man nicht händeringend Leute, die ehrenamtlich kirchliche Aufgaben übernehmen möchten. „Viele Katholiken wollen sich hier einbringen, etwas bewegen“, so Saure. Ab 1991 pflegte Martin Saure eine enge Zusammenarbeit mit den Nachbarn von St. Hippolytus Helden. Das war möglich, da das Tellerrand-Denken in der Gemeinde nicht mehr so verbreitet war. Und nachdem in der Amtszeit von Domkapitular Josef Vorderwülbeke der große Pastoralverbund Attendorn gegründet wurde und neun Gemeinden fortan mehr oder weniger zusammen gehörten, gab es für die Arbeit des Pfarrgemeinderats-Vorsitzenden ganz andere Perspektiven. Martin Saure resümiert heute: “Im Laufe meiner langen Amtszeit rückte das Ehrenamt mehr in den Fokus. Den gewählten Mitgliedern traute man mehr zu und sie mussten auch mehr leisten.“

Über die 28-jährige Arbeit im PGR berichtete im Schultenhaus sein Freund und ehemaliger Schriftführer im PGR, Rüdiger Struck in der von ihm verfassten Laudatio. Saure und Struck lernten sich im Herbst 1986 bei der Bundeswehr kennen und haben 15 Monate die Kampfpioniere in Holzminden „tüchtig verstärkt“. Dass Martin Saure deutlich seine Meinung vertreten kann, das machte Rüdiger Struck an einem Beispiel aus der “Barras-Zeit“ deutlich. Struck: „Wir hatten während dieser Zeit auch immer wieder diverse „Schulstunden“ mit einem Bundeswehrseelsorger. Unser Truppe war regional bunt gemischt, einige kamen aus dem Ruhrgebiet, viele aus dem Grenzgebiet NRW zu Niedersachsen, also aus der Region Höxter-Holzminden, und auch einige aus dem Sauerland. Unser Bundeswehrseelsorger fragte uns während einer dieser Stunden, was wir vom regelmäßigen Gottesdienstbesuch halten. Daraufhin meldeten sich einige unserer Kollegen. Der eine meinte, Kirchgang sei überflüssig; ein anderer sagte, die Besucher wollten ohnehin nur ihre neuesten Klamotten zur Schau stellen und gesehen werden. Wieder einer meinte, man könne auch im Wald beten. Dann stand Martin auf und las allen die Leviten. Du sagtest, dass das Unsinn sei, und dass du selbst aus tiefer Überzeugung zur Kirche gehst, wie auch die meisten Christen, und nicht aus den Gründen, die deine Kollegen vorher genannt hatten. Den letzten entrüsteten Satz am Ende deines kurzen Statements haben ich heute noch in Erinnerung:“Das was ihr da sagt ist Heuchelei.“ Die Reaktionen waren: Ey Saure, darüber reden wir noch, oder aber Gebrumme und Gemurmel.“

Die Veränderungen, die in Martin Saures Zeit angestoßen wurden, sind umfangreich, wie Rüdiger Struck berichtete. In seiner ersten Amtsperiode (1989-1993) wurden die Wallfahrten nach Waldenburg wieder belebt, die Oktober-Rosenkranzandachten eingeführt, erstmals das Pfarrfamilienfest organisiert, Mädchen als Messdiener eingeführt und die Familien- und Kindergottesdienste nahmen ihren Anfang. In der zweiten Amtszeit verteilte Martin Saure erstmals Hausaufgaben an die PGR-Mitglieder. Auch wurde die Zusammenarbeit zwischen den Gemeinden Dünschede und Helden begonnen, die Messordnung abgestimmt. Ab 1993 gemeinsame Wallfahrten (mit Helden) nach Waldenburg und auch gemeinsame Ferienfreizeiten. 1994 folgten dann gemeinsame PGR-Sitzungen und der Start des liturgischen Abends auf der Sonnenalm wurde vollzogen ..... und, und, und. Die Aufzählungen von Rüdiger Struck gingen bis 2017 in diesem Umfang weiter. „Als kleines Dankeschön“, so der Laudator, erhielten Martin Saure und seine Frau Claudia ein „Festwochenende“ im Maritim-Hotel in Königswinter.

Dechant Andreas Neuser zeigte sich sehr dankbar, dass es solche Katholiken wie Martin Saure gibt, die das aus innerer Überzeugung tun. Neuser weiter: „Ihr Engagement ist ein außergewöhnliches Zeugnis.“ Martin Saure war von den vielen Dankesworten berührt. Sonst war er derjenige, der anderen Danke sagte. „Manchmal hatte ich zwei Veranstaltungen am Abend“, sagte der 51-Jährige, der auch bei den Sportfreunden 1928 Dünschede ein Aktivposten ist. Seinen Glauben vertritt er weiterhin im Pastoralverbundsrat, versprach er zum Abschluss des offiziellen Teils, getreu dem Songtext von Trude Herr „Niemals geht man so ganz“.

Text und Bild: Meinolf Lüttecke

Neue Pfarrgemeinderats-Vorsitzende ist jetzt Kirsten Böhmer, die zuvor schon acht Jahre in diesem Gremium mitgearbeitet hat.
Neben Martin Saure stellten sich Rüdiger Struck, Walburga Köhler, Steffen Keller und Marion Buhs ebenfalls nicht mehr zur Wiederwahl. Walburga Köhler war 24 Jahre, Rüdiger Struck 8 Jahre, Marion Buhs und Steffen Keller 4 Jahre im Pfarrgemeinderat.